Die Wiedergeburt

Wenn die Sünder im Glauben, so wie sie sind, zu Christus kommen und ihre Sünden bekennen, werden ihnen die Verdienste des Lebens Christi zugerechnet und durch die Verdienste des Blutes Christi werden sie ihnen völlig vergeben. 1. Johannes 1, 9; Römer 3, 23-26. 31; 5, 1. 9. 10. 16-19; Galater 2, 16; 3, 24; 2. Korinther 5, 19. 21.

„Alles, was der Mensch zu seiner eigenen Errettung tun kann, besteht darin, dass er die Einladung annimmt: ‚Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.’ Es gibt keine begangene Sünde, für die es am Kreuz keine Vergebung gäbe. So bietet das Kreuz dem Sünder fortwährend eine vollständige Versöhnung an (MS 50, 1900).“ – Bibelkommentar, S. 371.

„Wenn Gott dem Sünder vergibt, die verdiente Strafe erlässt und ihn so behandelt, als hätte er nicht gesündigt, dann nimmt er ihn aus Gnaden an und rechtfertigt ihn durch die Verdienste der Gerechtigkeit Jesu. Der Sünder kann nur durch den Glauben an die Versöhnung durch den geliebten Sohn Gottes gerechtfertigt werden, der sich für die Sünden der schuldig gewordenen Welt opferte. Niemand kann auf Grund eigener Werke gerecht werden. Er kann nur durch das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu von der Schuld der Sünde, der Verdammung durch das Gesetz und dem Strafvollzug frei werden. Der Glaube ist die einzige Voraussetzung für die Rechtfertigung und ist nicht nur ein Fürwahrhalten, sondern bedeutet Vertrauen.“ – Ausgewählte Botschaften Bd. 1, S. 387.

„Der Glaube ist die Voraussetzung, unter der Gott den Sündern Vergebung verheißt. Der Glaube an sich hat keine Kraft, die die Erlösung bewirkt. Weil der Glaube aber die Verdienste Christi ergreifen kann, ist er das Heilmittel gegen die Sünde. Anstelle der Missetat und Abtrünnigkeit des Sünders kann der Glaube den vollkommenen Gehorsam Christi darstellen. Glaubt der Sünder, dass Christus sein persönlicher Erlöser ist, dann kann ihm Gott seinen unfehlbaren Verheißungen gemäß seine Sünden vergeben und ihn völlig rechtfertigen. Der reumütige Mensch erkennt, dass er deshalb gerechtfertigt wird, weil Christus als sein Vertreter und Bürge für ihn gestorben ist – er ist sein Sühnopfer und seine Gerechtigkeit.“ – Ausgewählte Botschaften Bd. 1, S. 364.

„Wahrer Glaube und wahres Gebet – wie stark sind diese beiden! Sie sind wie zwei Arme, mit denen der menschliche Beter die Macht der unendlichen Liebe erfasst.“ – Diener des Evangeliums, S. 230.

„Durch den gleichen Glauben können wir geistlich geheilt werden. Die Sünde hat uns vom göttlichen Leben getrennt. Unsere Seelen sind gelähmt. Aus uns selbst sind wir ebenso wenig fähig, ein geheiligtes Leben zu führen, wie jener gebrechliche Mann ohne Hilfe gehen konnte. Viele sind sich ihrer Hilflo­sigkeit bewusst und sehnen sich nach jenem geistlichen Leben, das sie in Einklang mit Gott bringt; sie mühen sich jedoch vergeblich, es zu erringen. Voller Verzweiflung rufen sie aus: ‚Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?’ (Römer 7, 24.) Solche verzweifelten und ringen­den Menschen dürfen aufschauen. Der Heiland neigt sich über die mit seinem Blut Erkauften und fragt mit unaussprechlicher Güte und herzlichem Erbarmen: ‚Willst du gesund werden?‘ Er gebietet dir, in Gesundheit und Frieden aufzustehen. Warte nicht, bis du fühlst, dass du gesund geworden bist. Traue seinem Wort, und es wird sich an dir erfüllen. Übergib deinen Willen Christus. Entschließe dich, ihm zu dienen. Sobald du auf sein Wort hin handelst, wirst du Kraft erhalten. Was immer du falsch gemacht haben magst und welche schwere Sünde auch durch lange Duldung deinen Leib und deine Seele gefan­gen hält, Christus kann und will dich frei machen. Er will der Seele, die ‚tot’ ist in ‚Übertretungen’ (Epheser 2, 1), Leben verleihen. Er will den Gefangenen, der durch Schwachheit, Unglück und Ketten der Sünde gebunden ist, frei machen.“ – Das Leben Jesu, S. 187.

„[Römer 3, 25. 26 zitiert.] Diese Barmherzigkeit und Güte ist völlig unverdient. Die Gnade Christi ist freigebig, ohne Verdienst oder Anspruch seinerseits, den Sünder zu rechtfertigen. Rechtfertigung ist eine vollständige, völlige Vergebung der Sünde. In dem Augenblick, wo der Sünder Christus im Glauben annimmt, wird ihm vergeben. Die Gerechtigkeit Christi wird ihm zugerechnet, und er hat keinen Zweifel mehr an Christi vergebender Gnade.“ – Reflecting Christ, p. 78.

„Was ist Rechtfertigung durch den Glauben? Es ist das Werk Gottes, die Herrlichkeit des Menschen in den Staub zu legen und das für den Menschen zu tun, was er in eigener Kraft nicht für sich selbst tun kann.“ – Zeugnisse für Prediger, S. 384.

„Rechtfertigung bedeutet Rettung einer Seele vor dem Verderben, damit sie Heiligung erlange und durch die Heiligung das Leben des Himmels. Rechtfertigung bedeutet, dass das Gewissen, gereinigt von toten Werken, in die Lage versetzt wird, in der es die Segnungen der Heiligung empfangen kann.“ – Bibelkommentar, S. 446.

„Aber Christus hat sich für uns ins Mittel gelegt. Er weilte auf Erden unter den gleichen Prüfungen und Versuchungen, die über uns kommen; doch er lebte ohne Sünde. Er starb für uns und bietet sich nun an, unsere Sünden auf sich zu nehmen und uns seine Gerechtigkeit zu geben. Wenn du dich ihm völlig weihst, wenn du ihn als deinen Heiland annimmst, dann wirst du, mag dein Leben auch noch so sündhaft gewesen sein, um seinetwillen gerecht geachtet. Christi Wesen tritt an die Stelle deiner Wesensart; daher bist du von Gott angenommen, und das in nicht geringerem Maße, als wenn du nicht gesündigt hättest.“ – Der Weg zu Christus, S. 44.

„Durch lebendigen Glauben, durch aufrichtiges Gebet und in Abhängigkeit von den Verdiensten Jesu Christi, werden wir mit seiner Gerechtigkeit bekleidet und gerettet.“ – Faith and Works, p. 71.

Heiligung

Während man Rechtfertigung erhalten kann so lange Christus im Heiligtum ist, beginnt das Werk der Heiligung, welches ein lebenslanges Werk ist, erst, wenn der Mensch gerechtfertigt ist. Mit seiner Einwilligung und Mitarbeit wird der Gläubige durch die Wahrheit vom Heiligen Geist geheiligt, wie er in alle Wahrheit geleitet wird. 1. Thessalonicher 4, 3; 2. Thessalonicher 2, 13; Johannes 16, 13; 17, 17 (vgl. Psalm 119, 142); Johannes 8, 32; 1. Korinther 15, 31 (vgl. Römer 6, 6.); Römer 6, 18. 22. Durch die Heiligung ist es Gottes Plan, dem Menschen vollkommenen Sieg über die Sünde in seinem Leben zu geben. 1. Johannes 1, 9; Römer 6, 14; Epheser 4, 23. 24; Hebräer 12, 14.

„Die Heiligung der Seele wird dadurch erreicht, dass wir ihn [Christus] im Glauben als den eingeborenen Sohn Gottes, der voller Gnade und Wahrheit ist, ständig anschauen. Die Kraft der Wahrheit wandelt Herz und Charakter um.“ – Bibelkommentar, S. 432.

„Heiligung ist nicht das Werk eines Augenblicks, einer Stunde oder eines Tages. Heiligung ist ein dauerndes Wachsen in Gnade. Wir wissen an einem Tage nicht, wie stark unser Kampf am nächsten Tage sein wird. Satan lebt und ist aktiv: jeden Tag müssen wir Gott ernsthaft um Hilfe und Kraft anrufen, dem Teufel zu widerstehen. Solange Satan regiert, müssen wir das Ich unterwerfen und Bedrängnisse überwinden; einen Stillstand gibt es nicht. Es gibt keinen Punkt, an den wir gelangen und sagen können: Wir haben‘s ganz geschafft (RH, 6. Mai 1862).“ – Bibelkommentar, S. 497.

„Es gibt keine biblische Heiligung für solche, die einen Teil der Wahrheit beiseite werfen…“ – Bibelkommentar, S. 497.

„‚Und an dem merken wir, dass wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.’ (1. Johannes 2, 3-5.) Das ist die einzig wahre biblische Heiligung.“ – Signs of the Times, July 22, 1875.

„Heiligung kann nur durch den Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes erlangt werden.“ – Faith and Works, p. 29.

„Gott sei gedankt, dass wir es nicht mit etwas Unmöglichem zu tun haben. Wir dürfen Heiligung beanspruchen. Wir können uns der Gunst Gottes erfreuen. Wir brauchen nicht darüber besorgt sein, was Gott über uns denkt, entscheidend ist, was er über Christus, unseren Stellvertreter, denkt. Wir sind durch den Geliebten angenommen.“ – SM2 : 32. 33.
„Heiligung bedeutet gewohnheitsmäßige Gemeinschaft mit Gott (RH, 15. März 1906).“ – Bibelkommentar, S. 446.

„Das ist wahre Heiligung; denn sie besteht in der frohen Erfüllung der täglichen Pflichten bei vollkommenem Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes.“ – Christi Gleichnisse, S. 258.
„Unsere Heiligung ist das Werk des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Sie ist die Erfüllung des Bundes, den Gott mit denen geschlossen hat, die sich mit ihm verbinden, um mit ihm, seinem Sohne und seinem Heiligen Geiste in heiliger Gemeinschaft zu stehen. Bist du wiedergeboren? Bist du ein neuer Mensch in Christus Jesus geworden? Dann wirke mit den drei großen Mächten des Himmels zusammen, die für dich wirken.“ – Bibelkommentar, S. 445.

„Wahre Heiligung vereint die Gläubigen mit Christus und auch untereinander mit dem Band behutsamen Mitgefühls. Diese Gemeinschaft lässt ununterbrochen reiche Ströme christlicher Liebe in das Herz fließen, die wiederum in Liebe zueinander herausströmt.“ – Bibelkommentar, S. 327.

„Heiligung ist die Frucht des Glaubens, dessen erneuernde Kraft die Seele in Christi Ebenbild umgestaltet.“ – Signs of the Times, 7. Juni, 1883.

Der Mensch kann sich aus eigener Kraft nicht erneuern. Hiob 14, 4. Nur durch den Glauben an die Ver­dienste und an das Opfer Christi kann er gerechtfertigt (vergeben) werden, nur durch das Werk des Heiligen Geistes in ihm, kann er geheiligt (von Sünde befreit) werden (Titus 3, 5). Auf diese Weise wird ihm der Geist oder der Charakter Christi eingepflanzt. Das Zusammenwirken von Rechtfertigung und Heiligung kann man Erneuerung oder Bekehrung nennen – ein Vorgang, durch welchen uns Christus von Sünde errettet. Matthäus 1, 21 (vgl. Johannes 8, 11); 1. Petrus 1, 22. 23; Römer 12, 2; Epheser 4, 22-25; 1. Korinther 6, 11; 2. Korinther 7, 1; Hebräer 12, 14.

Wir werden Söhne und Töchter unseres himmlischen Vaters. 1. Johannes 3, 1.
(a) durch Adoption: Römer 8, 14-17; Galater 4, 4-6; Epheser 1, 3-5 und
(b) durch die geistige Wiedergeburt: Johannes 1, 12. 13; Hebräer 2, 11; Johannes 3, 3. 6. 7; Jakobus 1, 18; 1. Johannes 3, 9; 5, 18; Römer 8, 14.

DER TEIL DES MENSCHEN

Der Sünder Aufgabe ist es, auf den Ruf Gottes zur Reue zu antworten. Matthäus 4, 17; Offenbarung 3, 20; Hebräer 3, 15 (vgl. Matthäus 22, 14); Markus 2, 17; Apostelgeschichte 2, 37. 38. Gott führt sie zur Buße, und sie geben dem Einfluss des Heiligen Geistes nach, wenn er zu ihnen kommt. Apostelgeschichte 5, 31; Römer 2, 4. Sie bekennen ihre Sünden vor Gott, nehmen Christus als ihren persönlichen Heiland an, und erhalten durch den Glauben, was Christus für sie getan hat (für ihre Rechtfertigung) und das, was Christus durch das Werk des Heiligen Geistes in ihnen bewirken will (für ihre Heiligung). 1. Johannes 1, 9; Apostelgeschichte 16, 31, Hebräer 12, 2; Epheser 4, 22-24. Sie erfüllen den Willen Gottes im Gehorsam gegenüber seinen Geboten, nicht in ihrer eigenen Kraft, sondern angetan mit der göttlichen Gnade und Kraft, die sie aus der Höhe empfangen haben. Matthäus 5, 19. 20; 7, 21; 19, 17; 2. Petrus 1, 3-11. Indem sie ihre eigene Erlösung vor Augen haben, lassen sie sich taufen, sie wachen, beten, denken nach, studieren die Bibel, sie unterwerfen ihren Willen dem offenbarten Willen Gottes (Johannes 7, 17; Jakobus 4, 7) und arbeiten für das Heil anderer. Markus 16, 16; 13, 33-37; 2. Timotheus 2, 15; Matthäus 28, 19. 20; 1. Timotheus 4, 12-16; Kolosser 1, 28-29. Sie widerstehen dem Teufel im Namen Christi und durch seine Gnade (Kraft). Philipper 2, 12. 13; Jakobus 4, 7. 8; 1. Petrus 5, 6-9. Sie ringen danach, Überwinder zu werden. 1. Johannes 3, 6; Lukas 13, 23-24; Offenbarung 21, 7. Lest Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 39, Das Wirken de Apostel. S. 477.
Unsere Gebete zum Vater werden erhört und beantwortet, sofern wir eine wahre Beziehung zu ihm durch den Sohn und den Heiligen Geist haben. Johannes 14, 13; 15, 14-16; 16, 23; 1. Johannes 3, 21-24; 5, 14. 15; Offenbarung 5, 8; 8, 4.

Äußere Erscheinungsformen

„Innere Rechtschaffenheit wird durch äußere Rechtlichkeit bezeugt. Wer innerlich rechtschaffen ist, kann nicht hartherzig und gefühllos sein; er wird dem Herrn täglich ähnlicher und nimmt an Kraft und Festigkeit zu. Wer sich durch die Wahrheit heiligen ließ, wird selbstbeherrscht sein und den Fußtapfen des Heilandes folgen, bis sich die Gnade in Herrlichkeit umwandelt. Die Gerechtigkeit, die uns gerecht spricht, wird uns zugerechnet, die Gerechtigkeit dagegen, die uns heiligt, wird uns verliehen. Jene gibt uns Anspruch auf den Himmel, diese macht uns tauglich für ihn.“ – Ruf an die Jugend, S. 20. 21.

„Christus wartet voll sehnsüchtigem Verlangen darauf, sich durch seine Gemeinde offenbart zu sehen. Sobald der Charakter Christi zum Wesensmerkmal seines Volkes geworden ist, wird er kommen und es zu sich nehmen.“ – Christi Gleichnisse, S. 42.

Willenskraft

„Als Christus menschliche Natur annahm, verband er die Menschheit durch die Liebe so fest mit sich, dass keine andere Gewalt außer der eigenen Wahl des Menschen diese Bindung aufzulösen imstande ist. Satan sucht uns immerfort mit allen möglichen Vorspiegelungen zur Lösung dieses Bandes zu veran­lassen, um uns von Christus zu trennen. Deswegen müssen wir wachen, ringen und beten, damit wir durch nichts verleitet werden, einen andern Meister zu wählen, obgleich wir vermöge unseres freien Willens immer dazu befähigt sind. Heften wir vielmehr unsern Blick auf Christus, so wird er uns be­wahren; wenn wir auf ihn sehen, dann sind wir in Sicherheit. Nichts kann uns aus seiner Hand reißen. Durch ein beständiges Aufschauen zu ihm werden wir ‚verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist’. (2. Korinther 3, 18.)“ – Der Weg zu Christus, S. 52.

„Reine Religion ist eine Sache des Willens. Der Wille ist die beherrschende Macht in der menschlichen Natur, der alle anderen Fähigkeiten unter Kontrolle hält. Der Wille ist weder Geschmack noch Neigung, sondern die entscheidende Macht, die im Menschen entweder Gehorsam zu Gott oder Ungehorsam bewirkt.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 5, S. 540.

Vollständige Erneuerung

„Jeder lebendige Christ wird täglich im göttlichen Leben Fortschritte machen. Während er zur Vollkommenheit schreitet, wird er jeden Tag eine neue Bekehrung erfahren; und diese Bekehrung ist nicht eher beendet, als bis er die Vollkommenheit des christlichen Charakters erreicht hat, eine völlige Vorbereitung auf die Verwandlung zur Unsterblichkeit.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 2, S. 498.

„Durch die Sünde war nicht nur der Mensch, sondern die ganze Erde zum Einflussbereich des Bösen geworden. Aber durch den Erlösungsplan sollte alles neu werden.“ – Patriarchen und Propheten, S. 44.

„Wir haben selbst ein Werk zu tun, um uns der Gesellschaft der Engel würdig zu erweisen. Wir müssen wie Jesus sein, frei von aller Befleckung der Sünde. Er war alles, was er von uns fordert zu sein. Er war ein vollkommenes Beispiel für die Kindheit, für die Jugend, für das Mannesalter. Dieses Beispiel müssen wir näher studieren.“ – Review and Herald, 17. November 1885.

CHRISTLICHE VOLLKOMMENHEIT

Die Erlösten werden ohne Fehl vor dem Throne Gottes stehen. Psalm 37, 37; Matthäus 5, 48; Lukas 6, 40; Philipper 3, 15; 1. Petrus 5, 10; Judas 24. Vor dem Ende der Gnadenzeit wird das Volk Gottes von jeder Verunreinigung gereinigt werden. Bei seiner Wiederkunft wird Christus sie nicht untadelig machen, sondern untadelig „finden“. Offenbarung 7, 13. 14; 14, 5; 1. Korinther 1, 7. 8; 1. Thessalonicher 5, 23; 2. Petrus 3, 12. 14; 1. Johannes 3, 2. 3.

„Wir stehen nicht durch eigene Verdienste in Gottes Gunst, sondern durch den Glauben an ‚Christus unsere Gerechtigkeit’. Christus ist im Allerheiligsten, um jetzt für uns vor Gott zu treten. Dort hört er nicht auf, jeden Augenblick für sein Volk, welches in ihm vollkommen ist, zu bitten. Da wir aber so vor dem Vater dargestellt werden, dürfen wir nicht seine Gnade voraussetzen und sorglos, gleichgültig und selbstgefällig werden. Christus ist kein Diener der Sünde. Wir sind vollkommen in ihm, angenommen in dem Geliebten, aber nur, wenn wir durch den Glauben in ihm bleiben. Wir können durch unsere eigenen guten Werke niemals Vollkommenheit erreichen. Die Seele, die im Glauben auf Jesus blickt, lehnt eigene Gerechtigkeit ab. Sie betrachtet sich als unvollkommen, ihre Reue als unzulänglich, ihren stärksten Glauben als schwach, ihr kostbarstes Opfer als dürftig und sinkt in Demut am Fuße des Kreuzes nieder. Aber eine Stimme spricht zu ihr aus dem heiligen Worte Gottes. In Verwunderung hört sie die Botschaft: ‚Ihr seid vollkommen in ihm’ (Kolosser 2, 10.) Jetzt ist sie von süßer Ruhe erfüllt.“ – Faith and Works, pp. 107-108.

KEINE ZWEITE GNADENZEIT

Die Bibel lehrt uns, dass die Tür der Gnade – die Zeit, in welcher Sünder die Gelegenheit haben, Erlö­sung zu finden – nicht für immer offen stehen wird. Die Gnadenzeit wird kurz vor der Wieder­kunft unseres Herrn Jesus Christus ein Ende haben. Nach dem Ende der Gnadenzeit gibt es keine zweite Gelegenheit mehr. Lukas 13, 23-27; Matthäus 7, 22. 23; 25, 10-13; Jesaja 55, 6; 2. Korinther 6, 1. 2; Jeremia 8, 20; Offenbarung 22, 11.

„Würde Gott die Menschen in Ungehorsam, nachdem er ihnen eine zweite Gnadenzeit gewährt hätte, in diesem Leben einer Prüfung unterziehen, dann würden sie seine Autorität im zukünftigen Leben dennoch nicht achten. Diejenigen, die ihm auf dieser Welt untreu waren, würden es auch in der zukünftigen sein und eine zweite Rebellion im Himmel anzetteln. Die Menschen haben Adams Geschichte des Falles und des Ungehorsams vor Augen, daher sollten sie vor der Übertretung des Gesetzes Gottes gewarnt sein. Jesus Christus ist für die Menschheit gestorben, so dass jeder die Gelegenheit erhält, seine Berufung und Erwählung festzumachen; aber der Maßstab der Gerechtigkeit des heutigen Evangeliums ist nicht geringer, als er es in der Zeit Adams war. Der Himmel wird die Belohnung des Gehorsams sein.“ – Review and Herald, September 28, 1897.