Der Leib Christi, seine Gemeinde

In jedem Zeitalter, von Anbeginn der Welt, bestand die Gemeinde Gottes aus treuen Seelen. 1. Mose 4, 26; 1. Petrus 2, 9; Apostelgeschichte 2, 47; 1. Korinther 1, 2. Durch diese auserwählten Botschafter, seine Sprecher, hat er zu den Menschenkindern geredet und ihnen die „mannigfaltige Weisheit Gottes“ offenbart. Hesekiel 33, 7-9; Apostelgeschichte 20, 28. Durch die sichtbare, organisierte Gemeinde hat das Evangelium allen Menschen das Licht und die Wahrheit gebracht, und ihnen den Weg zurück zu Gott und seinem herrlichen Königreich gewiesen. 2. Korinther 5, 18-20; Apostelgeschichte 16, 17.

„In Zeiten geistlicher Finsternis glich die Gemeinde Gottes einer Stadt auf dem Berge. Von Generation zu Generation haben sich in ihr Jahrhunderte hindurch die reinen Lehren des Himmels entfaltet.“ – Das Wirken der Apostel, S. 11.

Das Fundament

Gott ist Wahrheit; Christus ist die Wahrheit; sein Heiliger Geist ist die Wahrheit; sein Evangelium ist das Wort der Wahrheit; sein Gesetz ist die Wahrheit. 5. Mose 32, 4; Johannes 14, 6; 16, 13; 1. Johannes 5, 6; Epheser 1, 13; Psalm 119, 142. Folglich bilden alle, die durch das Wort der Wahrheit gezeugt wurden, verbunden zu einer organisierten Einheit, die eine wahre Gemeinde, „die Grundfeste der Wahrheit.“ (1. Timotheus 3, 15.)

Christus bezog sich auf sich selbst als er sagte: „Auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde.“ Dieser Fels ist Christus selbst [hart im Sinne von „Fels“; 1. Samuel 2, 2; Jesaja 44, 8 („Hort“ im Sinne von Fels).] 1. Korinther 3, 10. 11; Matthäus 7, 24. 25; 24, 35; 1. Petrus 1, 25.

„Wir bauen auf Christus, wenn wir seinem Wort gehorchen.“ – Gedanken vom Berg der Seligpreisung, S. 140.

„Das Wort unseres Gottes, ist das einzig Standhafte, was diese Welt kennt. Es ist die sichere Grundlage“ – Gedanken vom Berg der Seligpreisung, S. 139.

Das Reich Gottes auf Erden ist auf zwei Grundprinzipien aufgerichtet – Liebe zu Gott und Liebe zu unserem Nächsten. Diese Grundsätze sind deutlich im Worte Gottes ausgedrückt. Matthäus 22, 36-40; Lukas 10, 25-28; Matthäus 7, 12.

Solange die Gläubigen auf diesem Fundament bleiben, können die Pforten der Hölle sie nicht überwinden, denn Christus ist mit ihnen. Aber diejenigen, die sich vom Fundament der Wahrheit abwenden, können die Gegenwart Christi nicht beanspruchen. Dadurch ist die Gemeinde Christi auf Erden die Nachkommenschaft der wahren Gläubigen. 2. Timotheus 2, 19; Matthäus 16, 16-18; Jeremia 11, 4 ; Johannes 8, 31; Lukas 12, 32; Römer 11, 1-6; 9, 27; 2. Chronik 15, 2.

„‚Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.’ (1. Korinther 3, 11.) ‚Auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde’, sagte der Herr (Matthäus 16, 18). In der Gegenwart Gottes und aller himmlischen Wesen, in der Gegenwart der unsichtbaren Heere der Hölle gründete Christus seine Gemeinde auf den lebendigen Felsen. Er selbst ist dieser Felsen – sein eigener Leib, der für uns verwundet und zerschlagen wurde. Die Pforten der Hölle werden die auf diesem Grund erbaute Gemeinde nicht überwältigen.“ – Das Leben Jesu, S. 409.

Der Zweck

„Die Gemeinde ist das von Gott erwählte Werkzeug, Menschen zum Heil zu führen. Sie wurde gegründet, um zu dienen, und ihre Aufgabe ist es, der Welt das Evangelium zu bringen. Von Anbeginn war es Gottes Plan, dass seine Gemeinde der Welt die ‚Fülle seines Wesens’ (Kolosser 2, 10; Gute Nachricht) und seiner Kraft widerspiegelt. Die Glieder der Gemeinde, die Gott aus ‚der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht’ (1. Petrus 2, 9) berufen hat, sollen seinen Ruhm verkündigen. Die Gemeinde ist das Schatzhaus des Reichtums der Gnade Christi; durch sie wird schließlich sogar ‚den Mächten und Gewalten im Himmel’ (Epheser 3, 10) die letzte und völlige Entfaltung der Liebe Gottes kundgetan werden.“ – Das Wirken der Apostel, S. 9.

„Christus hat der Gemeinde eine heilige Pflicht auferlegt. Jedes Glied sollte gleichsam ein Kanal sein, durch den Gott der Welt die Schätze seiner Gnade und den unausforschlichen Reichtum Christi zufließen lassen kann. Nichts wünscht der Heiland sehnlicher, als Menschen, die seinen Geist und sein Wesen der Welt kundmachen. Und die Welt bedarf nichts so sehr wie eine Offenbarung der Liebe des Heilandes durch Menschen. Der ganze Himmel wartet auf Männer und Frauen, durch die Gott die Kraft des Christentums offenbaren kann.
Die Gemeinde ist Gottes Werkzeug zur Verkündigung der Wahrheit; er hat sie zugerüstet, ein besonderes Werk zu tun. Wenn sie ihm treu ist und willig seinen Geboten gehorcht, wird die göttliche Gnade in ihrer ganzen Herrlichkeit in ihr wohnen. Wird sie ihrem Bund treu bleiben und den Herrn, den Gott Israels, ehren, dann wird keine Macht ihr widerstehen können.“ – Das Wirken der Apostel, S. 595.

„Wir werden Überwinder, indem wir anderen helfen zu überwinden: durch das Blut des Lammes und das Wort unseres Zeugnisses.“ – Bibelkommentar, S. 532.

„Um selbst glücklich zu sein, muss man leben, um andere glücklich zu machen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 267.

Der geistliche Bau

Christus ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Kolosser 1, 18. Er ist auch der Eckstein des geistlichen Tempels. Epheser 2, 20. Alle, die durch den Glauben Christus als ihren Heiland annehmen, Buße und Bekehrung zeigen, werden in alle Wahrheit geleitet. Markus 16, 15. 16; Apostelgeschichte 2, 38; Johannes 16, 13. Der Heilige Geist fügt sie durch Glaubensbekenntnis und Taufe zu der Gemeinde, dem Leib Christi, hinzu. Apostelgeschichte 2, 47. Sie wachsen zu einem heiligen Tempel, indem sie fest auf dem ewigen Fundament der Wahrheit gegründet sind. 1. Korinther 12, 27; Epheser 2, 21. 22; 1. Petrus 2, 5; 1. Korinther 3, 9. 12. 16. 17.

Die Mitgliedschaft

„Die Verbindung mit Christus… beinhaltet die Bindung zur Gemeinde.“ – Erziehung, S. 246
„Alle, die daran glauben, sollen in einer Gemeinde zusammengeführt werden“ – Desire of Ages, p. 821.

„Die Gemeinde ist jedoch sehr wertvoll in seinen Augen. Sie ist die Truhe, die seine Juwelen birgt; der Schafstall, der seine Herde umschließt, und er möchte sie gern ohne einen Flecken oder Runzel oder des etwas sehen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 262.

„Der Geist Gottes überzeugt Sünder von der Wahrheit, und er legt sie in die Arme der Gemeinde.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 78.

„Als Glieder der sichtbaren Gemeinde und als Arbeiter im Weinberg des Herrn müssen wir alle unsere persönliche Verantwortung erkennen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 21.

„Gemeindezugehörigkeit garantiert uns nicht den Himmel. Wir müssen in Christus bleiben und seine Liebe in uns.“ – (Review and Herald, June 3, 1884)

Einigkeit

Lest Psalm 133, 1; Johannes 17, 21-23; 1. Korinther 1, 10; Philipper 2, 2-5; 1. Johannes 1, 7.

„Wenn die Welt erkennt, dass in der Gemeinde Gottes vollendete Harmonie besteht, wird das für sie ein machtvoller Beweis zugunsten der christlichen Religion sein. Uneinigkeit, unglückselige Streitigkeiten und kleinlicher Richtgeist in der Gemeinde verunehren unseren Erlöser. All diese Meinungsverschiedenheiten können vermieden werden, wenn wir unser Ich dem Herrn übergeben und als Nachfolger Christi der Stimme der Gemeinde gehorchen. Unglaube redet uns ein, dass persönliche Unabhängigkeit uns größere Geltung verschaffte und dass es eine Schwäche sei, unsre eigenen Gedanken von dem, was recht und angebracht ist, dem Urteil der Gemeinde zu unterstellen. Sich derartigen Empfindungen und Anschauungen hinzugeben, ist gefährlich. Sie bringen uns zur Gesetzlosigkeit und Verwirrung. Christus erkannte, dass Zusammenhalten und christliche Eintracht für Gottes Werk notwendig sind. Deshalb schärfte er diese Forderung seinen Jüngern ein. Die Geschichte des Christentums bis auf den heutigen Tag beweist überzeugend, dass Stärke nur in völliger Einigkeit zu finden ist. Unterstellt euer persönliches Urteil der Autorität der Gemeinde!“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 24. 25.

„Der Grund für Entzweiung und Unstimmigkeiten in der Gemeinde ist die Trennung von Christus. Das Geheimnis der Einigkeit ist die Gemeinschaft mit Christus. Christus ist der große Mittelpunkt. Wir sollten im gleichen Verhältnis einander näher kommen, wie wir uns dem Mittelpunkt nähern. Wenn wir mit Christus vereint sind, werden wir auch sicherlich mit unseren Geschwistern im Glauben vereint sein. Christ zu sein bedeutet viel mehr als im Allgemeinen angenommen wird. Ein Christ ist Christus ähnlich. Die Mitgliedschaft in der Gemeinde macht uns nicht zu Christen.“ – E. G. White Materials, S. 1125, 1888.

„Wenn der Sturm der Verfolgung wirklich über uns hereinbricht, werden die wahren Schafe die Stimme des wahren Hirten hören. Selbstverleugnende Anstrengungen werden gemacht, die Verlorenen zu retten, und viele, die sich von der Herde verirrt hatten, werden zurückkommen und dem großen Hirten folgen. Das Volk Gottes wird sich zusammenschließen und dem Feind eine vereinte Front bieten.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 399.

„Einigkeit ist das sichere Resultat christlicher Vollkommenheit“ – Sanctified Life, p. 85.

„Wir sollen uns vereinen, aber nicht auf der Basis des Irrtums“ – Manuscripts Releases, vol. 15, p. 259.

Apostolische Nachfolge

Apostolische Nachfolge beruht nicht lediglich auf direkter Abstammung oder Übertragung von kirchlicher Autorität, sondern auf geistlicher Verwandtschaft oder Ähnlichkeit des Charakters. 2. Mose 33, 13-16; Matthäus 3, 9; Johannes 8, 39; Römer 9, 6-8; Galater 3, 7. Nur jene, welche die Bedingungen erfüllen, die im Worte Gottes niedergeschrieben sind, nämlich seinen Willen tun und die Gebote Gottes halten, können Anspruch auf apostolische Nachfolge erheben. 2. Mose 19, 5; Matthäus 7, 21; Lukas 3, 8; Johannes 8, 31.

„Für die Abstammung von Abraham entschieden weder Namen noch Stammbaum, sondern die Wesensgleichheit. Genauso beruht die apostolische Nachfolge nicht auf der Weitergabe kirchlicher Autorität, sondern auf der geistlichen Verwandtschaft. Ein Leben, das im Geiste der Apostel geführt wird, der Glaube und die Lehre, die sie verkündeten, sind der echte Beweis für die apostolische Nachfolge. Nur dadurch werden Menschen zu Nachfolgern der ersten Lehrer des Evangeliums.“ – Das Leben Jesu, 462. 463.

Die „Pforten der Hölle“ werden sie nicht überwältigen

„Die Gemeinde ist Gottes feste Burg, sein Ort der Zuflucht inmitten einer aufrührerischen Welt. Jeder Verrat an der Gemeinde ist zugleich ein Treubruch dem gegenüber, der die Menschheit mit dem Blut seines eingeborenen Sohnes erkaufte. Von Anfang an bildeten gläubige Menschen die irdische Gemeinde Gottes. Zu allen Zeiten hatte der Herr seine Wächter, die vor ihren Mitmenschen ein zuverlässiges Zeugnis ihres Glaubens ablegten. Diese Wächter verkündigten die Warnungsbotschaft. Mussten sie ihre Waffenrüstung ablegen, dann übernahmen andere den Dienst. Gott schloss mit diesen Zeugen einen Bund und vereinigte so die irdische Gemeinde mit der himmlischen. Er hat seine Engel ausgesandt, dass sie seiner Gemeinde dienen, und die Pforten der Hölle haben sein Volk nicht zu überwältigen vermocht.“ – Das Wirken der Apostel, S. 10. 11.

„Die Apostel bauten auf einen sicheren Grund, auf Christus, den ewigen Fels. Auf dieses Fundament legten sie die ‚Steine’, die sie aus der Welt gebrochen hatten. Das geschah nicht ohne Hindernisse. Ihr Werk wurde durch den Widerstand der Feinde Christi sehr erschwert. Die Apostel hatten gegen Fanatismus, Vorurteil und Hass von Seiten derer zu kämpfen, die auf einen falschen Grund bauten.“ – Das Wirken der Apostel, S. 592.

„Der Feind der Gerechtigkeit ließ nichts unversucht, um das Werk, das den Bauleuten des Herrn anvertraut war, zum Stillstand zu bringen. Aber Gott hat ‚sich selbst nicht unbezeugt gelassen’. (Apostelgeschichte 14, 17.) Mitarbeiter wurden erweckt, die sieghaft den Glauben verteidigten, der einst den Heiligen übergeben worden war.“ – Das Wirken der Apostel, S. 593.

Organisation

Der Gott, den wir anbeten, ist ein Gott der Ordnung. Folglich erwartet Gott auch, dass Ordnung und Disziplin in allen Angelegenheiten des Gemeindelebens herrscht. 1. Korinther 14, 33. 40. Der erste Schritt in der Organisation der Gemeinde des Neuen Testaments war die Einsetzung der zwölf Apostel. Markus 3, 14. Weitere Schritte wurden später unternommen. Die apostolische Gemeinde wurde mit „geistlichen Gaben“ gesegnet, wie der Apostel Paulus es beschreibt: „Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andre die Propheten, aufs dritte die Lehrer, darnach die Wundertäter, darnach die Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Sprachen.“ (1. Korinther 12, 28.) Die Notwendigkeit der Gemeindeorganisation wird in der Bibel durch verschiedene Symbole nachdrücklich betont, die zeigen, dass die Gemeinde eine organisierte Einheit ist. Epheser 4, 11-16; 1. Korinther 12, 20-27 (ein Leib, nicht zerstreute Glieder); Johannes 10, 16 (eine Herde, nicht zerstreute Schafe); 1. Korinther 10, 17. (ein Laib Brot, keine zerstreuten Krümel); Epheser 2, 19-22 (ein Bau, keine zerstreuten Steine).

„Der Geist, sich von den Mitarbeitern loszureißen, der Geist der Unordnung, macht sich überall breit. Einige betrachten jede Bemühung, die Ordnung zu festigen, als gefährlich, als eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, die deshalb ebenso gefürchtet werden müsste wie das Papsttum. Diese betrogenen Seelen sind stolz auf ihre Freiheit, ganz unabhängig denken und handeln zu können. Sie erklären, dass sie sich nicht an Menschenwort halten und keinem Menschen verantwortlich sind. Mir wurde gezeigt, dass Satan besondere Anstrengungen macht, Menschen dahin zu bringen, zu glauben, Gott habe Wohlgefallen daran, wenn sie unabhängig von dem Rat ihrer Brüder ihre eigenen Wege wählen…
Wie würde Satan frohlocken, wenn er Erfolg hätte, in dieses Volk einzudringen und das Werk in einer Zeit zu desorganisieren, da es auf eine feste Ordnung ankommt. Sie wird die größte Macht sein, falsche Erhebungen fernzuhalten und Ansprüche zu widerlegen, die keine Stütze im Worte Gottes haben! Wir müssen die Zügel gleichmäßig straff halten, damit Organisation und Ordnung nicht umgestoßen werden, die so weise und sorgfältig aufgebaut wurden. Beglaubigungsscheine dürfen nicht an Leute ausgehändigt werden, die das Werk in dieser Zeit beherrschen möchten.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 9, S. 243. 244.

„Einige haben den Gedanken verbreitet, dass mit dem Herannahen des Endes jedes Kind Gottes unabhängig von irgendeiner religiösen Organisation handeln werde. Der Herr hat mich unterwiesen, dass es in diesem Werk keine solche Unabhängigkeit gibt…

Einige Prediger arbeiten mit aller Kraft, die Gott ihnen gegeben hat, aber sie haben noch nicht gelernt, dass sie nicht allein arbeiten sollten. Anstatt sich abzusondern, sollten sie in Einklang mit ihren Mitarbeitern wirken. Tun sie es nicht, werden sie ihre Kraft zu unrechter Zeit und in der falschen Weise einsetzen. Oft werden sie das Gegenteil von dem tun, was Gott wünscht, und auf diese Weise schadet ihr Wirken mehr, als es nützt.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 9, S. 244. 245.

Die Autorität

„Gott hat seine Gemeinde mit besonderer Autorität und Macht ausgerüstet, und niemand ist berechtigt, diese zu missachten und zu verschmähen, denn wenn er das tut, verachtet er Gottes Stimme.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 441.

„Christus will, dass seine Nachfolger in der Gemeinde zusammengebracht werden, eine Ordnung beobachten, Regeln und Zucht haben, einander untertan sind und dass einer den andern höher achtet als sich selbst.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 471.

„Wo der Heiland der Welt eine Gemeinde hat, billigt er in Glaubensdingen keine Erfahrungen und kein Handeln unabhängig von seiner organisierten und anerkannten Gemeinde. Viele vertreten die Auffassung, dass sie Christo für ihre Erkenntnis und Erfahrung allein verantwortlich sind, unabhängig von seinen anerkannten Nachfolgern in der Welt. Dies wird aber von Christo in seinen Lehren und in den Beispielen und Tatsachen, die er zu unserer Unterweisung gegeben hat, verurteilt.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 457. 458.

„Es wird nicht gutgeheißen, dass jemand auf eigene Verantwortung sich hervortut und Lieblingsansichten ohne Rücksicht auf das Urteil der Gemeinde vertritt. Gott hat seiner Gemeinde die höchste Gewalt unter dem Himmel verliehen. Es ist die Stimme Gottes in seinem vereinten Volk, die es in der Eigenschaft der Gemeinde in jeder Weise zu achten gilt.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 477.

„Der Gemeinde ist die Macht übertragen worden, an Christi Statt zu handeln. Sie ist Gottes Werkzeug zur Bewahrung von Ordnung und Disziplin unter seinem Volk. Der Herr hat ihr die Macht verliehen, alle Fragen zu regeln, die ihr Gedeihen, ihre Reinheit und Ordnung betreffen. Sie trägt die Verantwortung, Unwürdige, die durch ihr unchristliches Verhalten der Wahrheit Unehre bereiten, aus ihrer Gemeinschaft auszuschließen. Wenn die Gemeinde in Übereinstimmung mit den in Gottes Wort gegebenen Anweisungen handelt, wird es im Himmel gutgeheißen werden.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 7, S. 247. 248.

Die Mission der Gemeinde Gottes auf Erden

(a) Die wahren Nachfolger Christi sind durch ihr göttliches Leben ein mächtiges Zeugnis für die Welt. Jesaja 43, 10; Matthäus 5, 13-16; Johannes 12, 35; 13, 34. 35; 1. Petrus 2, 9-12.

(b) Die Gläubigen in Christus bewahren und lehren die Wahrheit und arbeiten für die Errettung von Seelen. 2. Korinther 5, 20; Matthäus 28, 19. 20; Römer 1, 14-16; 1. Korinther 9, 16; Epheser 3, 8-11; 1. Timotheus 2, 3-7; Markus 16, 15; Lukas 14, 21. 23; Hesekiel 33, 7-9.

(c) Die Gemeinde der Übrigen hat eine bestimmte Botschaft, die gegenwärtige Wahrheit, den verlorenen Schafen des Hauses Israel, den gefallenen Kirchen und der Welt im Allgemeinen zu bringen. Matthäus 10, 6; 2. Petrus 1, 12; Offenbarung 14, 6-12; 18, 1-4; Habakuk 2, 14; Jesaja 60, 1; Matthäus 24, 14.

(d) Die Glieder des Leibes Christi sind berufen, Leiden zu lindern. Jesaja 58, 7. 8; Matthäus 10, 8; 25, 34-40; Markus 14, 7; Jakobus 1, 27.

(e) Das wichtigste Werk, welches Gott durch die gläubigen Übrigen in diesen letzten Tagen vollbringen will, ist die Vorbereitung eines Volkes auf die baldige Wiederkunft Christi. Epheser 5, 26. 27; Amos 4, 12; Matthäus 24, 44; Lukas 1, 17; 2. Petrus 1, 3-12; 1. Thessalonicher 5, 2. 14-23; Titus 2,11-14.

Die Verantwortlichkeiten der Gemeindeglieder

Alle christlichen Verantwortungen gründen sich auf gegenseitige Liebe und Respekt unter den „Jüngern“ (Johannes 13, 34. 35) und es sind sowohl Vorrechte als auch Pflichten. Römer 12, 10; 1. Petrus 5, 5. 6. Diese Verantwortlichkeiten schließen ein:

(a) Unsere Verbindung mit Jesus Christus aufrecht erhalten. Römer 11, 17-24; Johannes 15, 1-8, Galater 2, 20.

(b) Teilt die Evangeliumsbotschaft der Erlösung mit anderen. Markus 16, 15. 16; Matthäus 28, 19. 20.

(c) Unterstützt das Werk der Wahrheit regelmäßig mit finanziellen Mitteln in Form von Zehnten und freiwilligen Gaben. 5. Mose 14, 22; 3. Mose 27, 30-32; 4. Mose 18, 21; Maleachi 3, 7-10; Matthäus 23, 23; 1. Korinther 4, 2; 2. Korinther 9, 6-11; Hebräer 7, 8 (vgl. Offenbarung 1, 18).

(d) Nehmt regelmäßig an den anberaumten Gottesdiensten teil. Hebräer 10, 25. 26; Psalm 27, 4; 122, 1.

(e) Bereitet euer Herz vor und nehmt treulich an der Fußwaschung und am Abendmahl teil. Johannes 13, 1-17; Matthäus 26, 21-29; 1. Korinther 11, 23-29; Johannes 6, 53. 54.

(f) Führt treu die übertragenen Verantwortlichkeiten aus. 1. Korinther 4, 1. 2.

(g) Respektiert die Gemeindebeamten und arbeitet für das Wohl der Gemeinde mit ihnen zusammen. Epheser 4, 11-13; Hebräer 13, 17; 1. Thessalonicher 5, 12. 13.

„Der Glaube der meisten Christen wird ins Wanken geraten, wenn sie es ständig versäumen, sich zu Konferenzen und zum Gebet zu versammeln. Wäre es ihnen unmöglich, sich solch religiöser Vorrechte zu erfreuen, würde Gott durch seine Engel direkt Licht vom Himmel senden, um sein zerstreutes Volk zu beleben, zu trösten und zu segnen. Aber es ist nicht seine Absicht, ein Wunder zu wirken, um den Glauben seiner Heiligen zu stärken. Es wird von ihnen gefordert, die Wahrheit genügend zu lieben, um sich zu bemühen, die Vorrechte und Segnungen in Anspruch zu nehmen, die Gott ihnen gewährt.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 121.

„Wenn unsere Geschwister freiwillig den Versammlungen fernbleiben, wenn man nicht an Gott denkt und ihn verehrt, wenn man ihn nicht zum Ratgeber und zur Burg der Verteidigung erwählt, wie bald kommen dann weltliche Gedanken und böser Unglaube herein! Eitles Selbstvertrauen und Weltweisheit nehmen die Stelle demütigen, vertrauenden Glaubens ein.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 5, S. 450.

„Jeder Gläubige sollte seiner Gemeinde von ganzem Herzen verbunden sein. Ihr Gedeihen muss ihm in erster Linie am Herzen liegen. Wenn er nicht die heilige Verpflichtung fühlt, seine Verbindung zur Gemeinde vorrangig zu ihrem Wohle zu gestalten, kann sie viel besser ohne ihn fertig werden.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 4, S. 23.

„Die Teilnehmer an Ausschusssitzungen sollten daran denken, dass sie in Gottes Gegenwart treten, der ihnen ihre Aufgabe übertragen hat. Sie sollten mit ehrfürchtigem und geweihtem Herzen zusammenkommen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 7, S. 241.

„Solche, die kein Interesse an geschäftlichen Versammlungen zeigen, haben allgemein kein wahres Interesse für die Sache des Herrn. Sie sind dann geneigt zu glauben, dass die Leitung unserer verschiedenen Unternehmungen eben nicht so ist, wie sie sein sollte.
Geschwister, wenn wir die Wahrheit lieben, die uns aus der Finsternis des Irrtums zum Halten des Gesetzes Gottes gebracht hat, sollen wir alle mit ihr verbundenen Interessen hoch schätzen. Alles wird bei unseren geschäftlichen Versammlungen offen dargelegt, damit alle verstehen können, wie unsere Einrichtungen und verschiedenen Unternehmen geleitet und erhalten werden. Wenn sie die Möglichkeiten haben, dieses zu wissen und es versäumen, zur Förderung beizutragen, dann ist ihre Unwissenheit Sünde.“ – Review and Herald, April, 29, 1884.

Gemeindedisziplin (Gemeindezucht)

(a) Gemeindezucht ist auf die von Jesus in Matthäus 18, 15. 16 gegebene Verordnung gegründet. Jedes Gemeindeglied hat die Verantwortung, in Liebe Ermahnungen zu geben, ebenso sie nach der im Worte Gottes empfangenen Wahrheit anzunehmen – besonders von den Predigern des Evangeliums. Sprüche 15, 31. 32; 10, 17; 2. Timotheus 4, 2; Titus 1, 9; 2, 15.

(b) Obgleich wir die Verantwortung haben, uns gegenseitig zu ermahnen, müssen wir daran denken, dass jede Ermahnung, damit sie wirksam und andauernd ist, deutlich und im Geiste der Liebe gegeben werden soll: „Siehe auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest“. (Galater 6, 1; Offenbarung 3, 19.) Der Geist der Liebe äußert sich in der Bereitschaft, die Irrenden zu tadeln (Johannes 13, 34; 15, 12) und sogar unser Leben für sie dahinzugeben.

(c) Die Gemeindezucht auferlegt dem Glied, im Gegensatz zum Ausschluss, gewisse Einschränkungen, die zeitlich begrenzt sind, in der es seinen Zustand überprüft und Schritte zur Besserung seiner Verhaltensweise unternimmt. Hebräer 12, 5-12.

„Wenn der Irrende bereut und sich der Zucht Christi unterwirft, muss ihm eine weitere Probezeit gewährt werden. Und auch wenn er nicht bereut, auch wenn er außerhalb der Gemeinde steht, haben Christi Diener immer noch ein Werk für ihn zu tun. Sie müssen ernstlich versuchen, ihn für die Reue zu gewinnen. Wie schlimm seine Übertretung auch gewesen sein mag, wenn er dem Ziehen des Heiligen Geistes nachgibt, seine Sünden bekennt und aufgibt und Beweise der Buße liefert, muss ihm vergeben werden, und er soll wieder willkommen in der Herde sein. Seine Brüder müssen ihn in der rechten Weise ermutigen und ihn so behandeln, wie sie gerne behandelt werden möchten. Sie sollten stets daran denken, dass auch sie versucht werden.“ – Gospel Workers, p. 501.

„Fühlt ihr, wenn ein Bruder irrt, dass ihr euer Leben dahingeben könntet, um ihn zu retten? Wenn das euer Empfinden ist, dann könnt ihr mit ihm sprechen und sein Herz bewegen; dann seid ihr genau der Richtige, jenen Bruder zu besuchen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 1, S. 185.

„An diesem Werk sollen wir teilhaben. ‚So ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht.’ (Galater 6, 1.) Das Wort, das hier mit ‚wieder zurechthelfen’ übersetzt ist, bedeutet; ein ausgerenktes Glied wieder einrenken. Wie sinnreich ist dieses Bild! Wer in Irrtum oder Sünde fällt, ist zu allem, was ihn umgibt, außer Beziehung gesetzt. Er mag seinen Fehler einsehen und voller Gewissensangst sein, aber er kann sich nicht selbst wieder zurechtbringen. Er lebt in Bestürzung und Verlegenheit, er ist unterlegen und hilflos. Er muss zurückgeholt, geheilt und wiederaufgerichtet werden. ‚Helfet ihm wieder zurecht… ihr, die ihr geistlich seid.’ Nur die Liebe, die aus dem Herzen Christi fließt, kann heilen. Nur der, in dem diese Liebe kreist wie der Saft im Baume oder das Blut im Körper, kann die verwundete Seele wiederaufrichten.“ – Erziehung S. 104.

„Das Mühen des Menschen, die Seligkeit durch eigene Werke zu gewinnen, führt ihn unweigerlich dahin, sich durch Menschengebote vor der Sünde schützen zu wollen. Wenn er sieht, dass er das Gesetz nicht erfüllen kann, stellt er eigene Regeln und Richtlinien auf, die ihm zum Gehorsam verhelfen sollen. Dadurch aber wird der Sinn von Gott weg und auf das Ich gelenkt. Die Liebe zu Gott erstirbt im Herzen, und damit schwindet auch die zu den Mitmenschen. Das menschliche Gedankengebäude mit seinen zahlreichen Vorschriften macht seine Erbauer zu Richtern über alle, die gegenüber den menschlichen Satzungen in irgendeiner Weise zu kurz kommen. Vor lauter Selbstsucht und Haarspalterei müssen aller Edelmut und alle Großzügigkeit grausam ersticken, und aus dem Menschen wird ein ichsüchtiger Richter und ein kleinlicher Topfgucker.“ – Das bessere Leben, S. 102.

„Gerade beim Versuch, andere zu ändern oder zu bessern, müssen wir sorgfältig auf unsere Worte Acht geben, können sie doch ein Geruch des Lebens zum Leben, aber auch des Todes zum Tode sein. Manche bedienen sich, wenn sie andere tadeln oder beraten, einer scharfen, strengen Sprache, die ganz und gar nicht geeignet ist, wunde Seelen zu heilen. Unangebrachte Ausdrucksweise kann den irrenden Gesprächspartner reizen, ja zur Auflehnung veranlassen. Alle, die die Grundsätze der Wahrheit in der Öffentlichkeit vertreten wollen, brauchen das himmlische Öl der Liebe. Tadel muss unter allen Umständen liebevoll vorgebracht werden: nur so wirken die Worte bessernd, nicht erbitternd. Christus will uns durch seinen Heiligen Geist die Kraft dazu geben, dies ist sein Werk.“ – Christi Gleichnisse S. 239.

(d) Der Ausschluss ist ebenfalls auf die Verordnung Christi gegründet. Matthäus 18, 17. 18; 1. Korinther 5, 11-13; Römer 16, 17; 2. Thessalonicher 3, 6; Titus 3, 10. 11. Die Gemeinde ist vor Gott verpflichtet, solche aus der Gemeinschaft auszuschließen, deren Verhalten in offenem und fortwährendem Widerspruch zu unseren Glaubensgrundsätzen ist.

„Die Namen derer, die sündigen und es ablehnen umzukehren, sollten nicht in den Gemeindebüchern beibehalten werden, auf dass die Heiligen für deren böse Taten nicht verantwortlich gehalten werden. Die einen Weg der Übertretung gehen, sollten besucht, und es sollte mit ihnen gesprochen werden, und wenn sie dann nicht umkehren wollen, sollten sie in Übereinstimmung mit den Richtlinien, die im Worte Gottes festgehalten sind, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden…

Die es ablehnen, die Mahnungen und Warnungen zu hören, welche Gottes getreue Boten erteilen, sollten nicht in der Gemeinde beibehalten werden. Sie sollten ausgeschlossen werden, denn sie werden sein wie Achan im Lager Israels – getäuscht und täuschend.“ – Bibelkommentar, S. 269.

„‚Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.’ (Matthäus 18, 18.) Wenn jede Anweisung Christi in seinem Geist befolgt wurde, dann, und nur dann bestätigt der Himmel die Entscheidung der Gemeinde. Ihre Glieder haben nämlich im Sinne Christi gehandelt, so wie er gehandelt hätte, wenn er auf Erden wäre.“ – Selected Messages, Bd. 3, p. 22.

(e) Nur die Gemeinde, in der die Person Glied ist, und unter der Leitung eines eingesegneten Predigers (oder Ältesten, wenn er dazu beauftragt ist), ist nach Rücksprache mit dem Vorsteher der Vereinigung oder seines Vertreters berechtigt, den Ausschluss rechtmäßig und in Einklang mit dem Worte Gottes durchzuführen. 1. Timotheus 1, 19. 20; 6, 3-5; 1. Korinther 5, 1-13; Titus 3, 10. 11.

(f) Bei dieser Handlung müssen wir uns versichern, dass Matthäus 18, 15-17, im Falle von persönlichen Sünden, befolgt wurde. Öffentliche Sünden mögen eine andere Umgangsweise erfordern, sie mögen sofortiges Handeln erfordern, damit die Gemeinde vor Schande bewahrt bleibt. 1. Timotheus 5, 20. (Vergleiche Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 2, S. 20. 21.)

(g) Sobald eine Person von der Herde ausgeschlossen wurde und kein Glied mehr ist, sollten wir diese Seele wie „einen Heiden oder Zöllner“ betrachten (wie einen Außenseiter). Besondere Anstrengungen müssen für seine Wiederbekehrung und Wiederherstellung unternommen werden, wie wir für solche wirken würden, die nicht unseres Glaubens sind. Lukas 15, 4-6. Mit solchen, die Zertrennung anrichten, sollen wir keinen weiteren Umgang pflegen. Römer 16, 17.

„Welcherart auch das Vergehen sein mag, das ändert nicht den von Gott zur Schlichtung von Missverständnissen und persönlichen Beleidigungen gewiesenen Weg. Sprich im Geiste Christi allein mit dem, der sich im Irrtum befindet, dann wird die Schwierigkeit meist beseitigt. Geht mit einem von Christi Liebe und Teilnahme erfüllten Herzen zu dem Irrenden und sucht die Angelegenheit zu schlichten. Sprecht ruhig und sanft zu ihm. Lasst euren Lippen keine ärgerlichen Worte entschlüpfen. Wendet euch mit linden Worten an seine bessere Einsicht. Gedenkt der Worte: ‚Wer den Sünder bekehrt hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen und wird bedecken die Menge der Sünden.’ (Jakobus 5, 20.)

‚Hört er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zöllner.’ (Matthäus 18, 17.) Will er nicht auf die Stimme der Gemeinde hören, weist er alle Bemühungen zu seiner Umkehr zurück, dann ruht auf der Gemeinde die Pflicht, ihn aus der Gemeinschaft auszuschließen. Sein Name soll dann aus den Büchern gestrichen werden.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 7, S. 245. 246. 247.

„Älteste und Diakone sind gewählt, für das Wohlergehen der Gemeinde zu sorgen. Diese Leiter, besonders in jungen Gemeinden, sollten sich nicht nach eigener Ansicht und Verantwortung frei fühlen, schuldige Glieder von der Gemeinde zu trennen, denn sie sind nicht mit dieser Macht ausgestattet. Viele erlauben sich den Eifer Jehus und wagen voreilige Entscheidungen in Dingen von gravierender Wichtigkeit, während sie selbst keine Verbindung mit Gott haben. Sie sollten demütig und ernstlich die Weisheit bei dem suchen, der sie in diese Stellung eingesetzt hat, und sollten sehr zurückhaltend sein, Verantwortlichkeiten anmaßend auf sich zu nehmen. Sie sollten diese Angelegenheit auch dem Vorsteher ihrer Vereinigung vorlegen und sich mit ihm beraten. Zu einer festgesetzten Zeit sollte diese Angelegenheit dann mit Geduld erwogen werden. Die zuständigen Gemeindebeamten sollten sich in der Furcht des Herrn, in großer Demut und Sorge und mit ernstem, demütigem Gebet für die Irrenden, die durch das Blut Christi erkauft sind, mit ihnen befassen. Wie widersprüchlich war doch die Handlungsweise, die mit angemaßter Autorität und einem harten, gefühlslosen Geist der Anschuldigungen durchgeführt wurde und Seelen aus der Gemeinde Christi verstieß.“ (Manuscript 1. October 1878) – vol. 12, Manuscript Releases, p. 113.

„Kein Gemeindebeamter sollte raten, kein Ausschuss empfehlen, keine Gemeinde dafür stimmen, dass der Name eines Gliedes, das Unrecht tut, aus den Gemeindebüchern gestrichen wird, bis die von Christus erteilte Anweisung gewissenhaft befolgt wurde. Ist dies geschehen, dann ist die Gemeinde vor Gott gerechtfertigt. Das Böse muss dann so erscheinen, wie es ist, und muss entfernt werden, damit es sich nicht weiter ausbreitet. Das Wohl und die Reinheit der Gemeinde müssen bewahrt werden, damit sie unbefleckt vor Gott stehe, angetan mit den Kleidern der Gerechtigkeit Christi.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 7, S. 247.

„‚Welchen ihr die Sünden erlasset’, sagte Christus, ‚denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.’ (Johannes 20, 22. 23.) Der Herr gibt damit niemandem die Freiheit, über andere ein Urteil zu fällen. Schon in der Bergpredigt forderte Jesus seine Zuhörer auf, diese Angewohnheit zu lassen; denn das Richten steht allein Gott zu. Der Gemeinde aber als Organisation ist vom Herrn eine Verantwortung für jedes einzelne Glied auferlegt. Gegenüber denen, die in Sünde fallen, hat die Gemeinde die Pflicht, zu warnen, zu belehren und, falls es möglich ist, zu bessern. ‚Weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre’, (2. Timotheus 4, 2) so sagt der Herr. Bleibe ehrlich gegenüber jedem Unrecht; warne jede Seele, die in Gefahr ist; überlasse niemand dem Selbstbetrug; nenne die Sünde bei ihrem richtigen Namen; verkündige, was Gott über die Lüge, über das Brechen des Sabbats, über Stehlen, Abgötterei und jede andere Sünde gesagt hat. ‚Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.’ (Galater 5, 21.) Wenn sie aber in ihrer Sünde beharren, wird das Gericht, das du ihnen aus der Heiligen Schrift angekündigt hast, im Himmel über sie ausgesprochen werden. Indem sie die Sünde wählen, verstoßen sie Christus. Die Gemeinde muss zeigen, dass sie deren Taten nicht gutheißt, oder sie selbst entehrt ihren Herrn. Sie muss über die Sünde ebenso urteilen wie Gott; sie muss die Übertretungen genauso behandeln, wie Gott es vorgeschrieben hat, dann wird ihre Handlungsweise im Himmel bestätigt werden. Wer die Vollmacht der Gemeinde verachtet, der verachtet damit die Autorität Christi.“ – Das Leben Jesu, S. 807.

„Er [Gott] will sein Volk lehren, dass Ungehorsam und Sünde für ihn besonders anstößig sind und nicht leichtfertig betrachtet werden dürfen. Gott zeigt uns, dass sein Volk sofort entschlossen darangehen sollte, jegliche Sünde abzulegen, damit sein Zorn nicht auf ihnen allen ruhe. Wenn aber die Sünden des Volkes von den verantwortlichen Männern übergangen werden, wird sie Gottes Zorn treffen und das Volk Gottes als Ganzes für diese Sünden zur Rechenschaft gezogen werden. Gottes Handlungsweise seinem Volk gegenüber in der Vergangenheit zeigt die Notwendigkeit, die Gemeinde von allem Unrecht zu säubern. Schon ein einziger Sünder vermag soviel Finsternis zu verbreiten, dass die ganze Gemeinde von dem Licht Gottes ausgeschlossen ist.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3. 281. 282.

„Wenn Verkehrtheiten unter Gottes Volk erscheinen und Gottes Diener gleichgültig daran vorübergehen, unterstützen und rechtfertigen sie im Grunde genommen den Sünder. Sie machen sich in gleicher Weise schuldig und werden ebenso sicher Gottes Missfallen erfahren; denn sie werden für die Sünden der Schuldigen die Verantwortung übernehmen müssen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 282.

„Dem, der sich von der Herde verirrt hat, darf man nicht mit harten Worten und einer Peitsche begegnen, sondern mit gewinnenden Einladungen, doch zurückzukommen.“ – Counsels to Parents, Teachers and Students, p. 198.

„Erst wenn du dir gewiss bist, dass du dein Ich, ja selbst dein Leben opfern kannst, um einen irrenden Bruder zu retten, hast du den Balken aus deinem Auge gezogen und bist damit bereit, auch deinem Bruder zu helfen. Nun magst du dich ihm nahen und ihm zu Herzen reden. Durch Tadel und Vorwürfe ist noch nie jemand aus seiner falschen Einstellung befreit worden. Dagegen sind auf diese Weise schon gar viele von Christus abwendig gemacht und dahin gebracht worden, sich gegen jedes bessere Wissen zu verschließen.“ – Gedanken vom Berg der Seligpreisungen, S. 106.

Bekenntnisse

„Während Bekenntnisse für die Seele gut sind, ist es notwendig, klug vorzugehen. Mir wurde gezeigt, dass viele, viele Bekenntnisse nie vor den Ohren von Sterblichen gemacht werden sollten. Denn das Ergebnis ist derart, wie das begrenzte Urteilsvermögen sterblicher Wesen es nie voraussehen kann. Der Same des Bösen wird in die Gemüter und Herzen derer ausgestreut, die es hören, und wenn sie in Versuchung geraten, wird diese Saat aufgehen und Frucht tragen, und die gleiche traurige Erfahrung wird wiederholt. Die Versuchten denken, diese Sünden können doch nicht so schwerwiegend sein, da doch diejenigen langjährige Christen sind, die das Bekenntnis abgelegt und solche Dinge getan haben. So wird sich herausstellen, dass offene Bekenntnisse dieser geheimen Sünden in der Gemeinde eher ein Geruch des Todes als ein Geruch des Lebens sind.

Es sollten keine unbedachten, allgemeinen Schritte in dieser Richtung unternommen werden, weil das Werk des Herrn in den Augen von Ungläubigen zwielichtig erscheinen könnte. Wenn sie von denen, die behaupten, Nachfolger Christi zu sein, Bekenntnisse schlechten Verhaltens hören, könnte sein Werk in Schande geraten…

Es gibt Bekenntnisse, die einigen Auserwählten vorgelegt und vom Sünder in tiefster Demut abgelegt werden sollten. Diese Angelegenheit soll nicht so gehandhabt werden, dass Laster als Tugenden aufgefasst werden und der Sünder auf seine schlechten Taten stolz ist. Wenn schändliche Dinge vorhanden sind, die der Gemeinde vorgelegt werden müssen, dann lasst sie von einigen Ausgewählten gehört werden. Gebt das Werk Christi nicht offener Schande preis, indem ihr die Heuchelei, die in der Gemeinde vorhanden war, überall bekannt macht. Das würde gegen diejenigen Zweifel erwecken, die versucht haben, im Charakter Christo ähnlich zu sein. Diese Dinge sollten beachtet werden.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 5, S. 675. 676.

Besondere Warnung

„Bei der Anklage wegen Mordes durfte der Beschuldigte nicht auf die Aussage eines einzigen Zeugen hin verurteilt werden, selbst dann nicht, wenn die Umstände klar gegen ihn sprachen. Der Herr befahl: ‚Wer einen Menschen erschlägt, den soll man töten auf den Mund zweier Zeugen hin. Ein einzelner Zeuge aber soll keine Aussage machen, um einen Menschen zum Tode zu bringen.’ (4. Mose 35, 30.) Christus gab Mose diese Anweisungen für Israel, und als er auf Erden weilte, lehrte er seine Jünger, wie man mit Irrenden umgeht. Er wiederholte ihnen, dass eines einzigen Mannes Zeugnis nicht zum Freispruch oder zur Verurteilung genüge, um strittige Dinge zu schlichten. In all solchen Fragen sollen sich zwei oder mehr zusammentun und gemeinsam die Verantwortung tragen, ‚auf dass jegliche Sache stehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund’. (Matthäus 18, 16.)“ – Patriarchen und Propheten, S. 496.

„Gott kennt die Verdorbenheit des menschlichen Herzens. Persönliche Feindschaft, oder die Aussicht auf persönlichen Vorteil hat den Ruf und die Brauchbarkeit von tausenden unschuldiger Menschen ruiniert. In vielen Fällen endeten sie dadurch in Verdammnis und Tod. Das wertlose Leben gewalttätiger und böser Menschen wurde durch Bestechung erhalten, während andere, die frei von Schuld und Verbrechen gegenüber den Landesgesetzen waren, leiden mussten. Durch ihren Reichtum oder ihre Macht bestechen Menschen von Stand die Richter und bringen falsche Zeugen gegen die Unschuldigen vor. Die Vorkehrung, dass niemand aufgrund eines Zeugnisses von einem Zeugen verurteilt werden durfte, war gerecht und notwendig. Ein Mann alleine kann von Vorurteil, Selbstsucht oder Boshaftigkeit geleitet werden. Es war jedoch unwahrscheinlich, dass zwei oder mehr Personen so verdorben wären und sich zu einem falschen Zeugnis vereinigen würden. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann käme die Wahrheit durch einzelne Befragung doch heraus.
Diese barmherzige Vorkehrung beinhaltet eine Lehre für das Volk Gottes bis zum Ende der Zeit… Gott hat es seinen Dienern als Pflicht auferlegt, einer dem anderen untertan zu sein. Beidseitige Erwägungen und Respekt verleihen dem Dienst eine angemessene Würde und vereint die Diener des Herrn in einem engen Band der Liebe und Harmonie. Während sie von der Kraft und der Weisheit Gottes abhängig sind, sollten sich die Diener des Evangeliums jedoch gemeinsam in allen Dingen, die eine besondere Sorgfalt bedürfen, beraten. ‚Auf dass jegliche Sache stehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund’ (Matthäus 18, 16.)“ – Signs of the Times, January 20, 1881.

„Menschen, deren Ausschluss aus der Gemeinde ebenso berechtigt ist wie die Ausstoßung Satans aus dem Himmel, werden immer ihre Sympathisanten finden. Es gibt ständig eine Klasse, die stärker unter menschlichem Einfluss steht, als unter dem Einfluss des Geistes Gottes und gesunder Grundsätze. In ihrem ungeheiligten Zustand sind sie stets geneigt, für die Übeltäter einzutreten und gerade denen ihr Mitleid und Mitgefühl entgegenzubringen, die es am wenigsten verdienen. Diese Parteigänger üben bedeutenden Einfluss auf andere Menschen aus. Gewisse Dinge werden in einem falschen Licht gesehen, großer Schaden entsteht, und viele Seelen gehen zugrunde. Bei seiner Rebellion riss Satan den dritten Teil der Engel mit sich. Sie wandten sich vom Vater und von seinem Sohn ab und schlossen sich dem Anstifter des Aufruhrs an. In Anbetracht dieser Tatsachen sollten wir mit größter Behutsamkeit zu Werke gehen. Was anders als Schwierigkeiten und Verwirrung können wir von unserem Umgang mit Männern und Frauen eigenartiger Ansichten erwarten? Wir müssen dies ertragen und auf das an sich notwendige Ausraufen des Unkrauts verzichten, damit der Weizen nicht auch ausgerauft werde.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 3, S. 124. 125.