Der Sabbat

Nachdem der Herr sein Schöpfungswerk beendet hatte, ruhte er am siebenten Tag. Dann segnete und heiligte er ihn zum Nutzen für den Menschen, der ihn heilig und von jeglicher weltlicher Arbeit freihalten sollte. Auf diese Weise wurde der Sabbat als ein Denkmal für das Werk der Schöpfung eingesetzt. Er ist des Herrn Tag. 1. Mose 2, 1-3; Markus 2, 28; 2. Mose 20, 8-11; 16, 23; Jesaja 56, 2; 58, 13. Der Sabbat ist auch ein Zeichen von Gottes geistlicher Ruhe, an der Adam und seine Nachfolger teilnehmen sollten. Für uns ist der Sabbat daher auch ein Zeichen von der Ruhe und Erholung, die wir in Christus finden. Hebräer 3, 18. 19; 4, 1-4. 9-11 (vgl. Matthäus 11, 28. 29).

„Das Gesetz Gottes bestand schon vor der Schöpfung des Menschen. Die Engel wurden durch dasselbe geleitet. Satan fiel, weil er die Grundsätze der Regierung Gottes übertrat. Nachdem Adam und Eva geschaffen waren, machte Gott ihnen das Gesetz bekannt. Es war damals nicht in geschriebener Form, aber es wurde ihnen durch Jehovah wiederholt. Der Sabbat des vierten Gebotes wurde in Eden eingesetzt. Die Grundsätze, die im Dekalog verkörpert sind, bestanden vor dem Fall und entsprachen den Bedingungen heiliger Wesen. Nach dem Fall wurden diese Grundsätze nicht geändert, nichts wurde vom Gesetz Gottes weggenommen, aber es wurden zusätzliche Vorschriften gegeben, um dem Menschen in seinem gefallenen Zustand zu begegnen.“ – Signs of the Times, 10. Juni 1880.

„Nicht nur für Israel war der Sabbat gegeben, sondern für die ganze Welt. Schon im Paradies hatte Gott ihn den Menschen verkündet, und gleich den andern Vorschriften des Gesetzes ist seine Gültigkeit unvergänglich. Von dem Gesetz, zu dem das vierte Gebot gehört, erklärt Christus: ‚Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe.’ Solange Himmel und Erde bestehen, wird der Sabbat immer ein Zeichen der Macht des Schöpfers sein. Und wenn auf Erden das Paradies wieder erblühen wird, dann wird auch Gottes heiliger Ruhetag von allen, die unter der Sonne leben, gefeiert werden. ‚Einen Sabbat nach dem andern’ werden die Bewohner der gereinigten neuen Erde ‚kommen, um vor mir anzubeten, spricht der Herr’. (Matthäus 5, 18; Jesaja 66, 23.)“ – Das Leben Jesu, S. 271.

„Keine andere Einrichtung, die den Juden anvertraut war, zeichnete sie so sehr vor den umliegenden Völkern aus wie gerade der Sabbat. Gott wollte, dass die Feier dieses Tages sie als seine Anbeter kennzeichne. Der Sabbat sollte ein äußeres Zeichen ihrer Trennung vom Götzendienst sowie ihrer Verbindung mit dem wahren Gott sein. Um aber den Sabbat heiligen zu können, müssen die Menschen selbst heilig sein und durch den Glauben Teilhaber der Gerechtigkeit Christi werden. Als den Israeliten das Gebot gegeben wurde: ‚Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest’, sagte der Herr auch zu ihnen: ‚Ihr sollt mir heilige Leute sein.’ (2. Mose 20, 8; 22, 30.) Nur so konnte der Sabbat die Israeliten als Anbetende Gottes kennzeichnen.

Als die Juden von Gott abwichen und sich dadurch selbst um die Gerechtigkeit Christi brachten, verlor der Sabbat für sie seine Bedeutung. Satan versuchte sich zu erhöhen und die Menschen von Christus abspenstig zu machen. Er strebte danach, den Sabbat zu ändern, weil dieser das Zeichen der Macht Christi ist. Die Führer Israels handelten nach dem Willen Satans, indem sie den Sabbat mit bedrückenden Menschensatzungen umzäunten. Zur Zeit Christi war der Sabbat so verfälscht worden, dass er mehr dem Charakter selbstsüchtiger, willkürlich handelnder Menschen glich, als dass er das Wesen eines liebenden Gottes und Vaters widerspiegelte.“ – Das Leben Jesu, S. 271.

Ein Zeichen für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk

Der Sabbat ist ein Zeichen für das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk. Er kennzeichnet sie als sein besonderes und einzigartiges Volk, das seine Gebote hält, frei von Götzendienst ist und den wahren Gott anbetet. 2. Mose 31, 16. 17; Hesekiel 20, 20.

Ein Zeichen der Erlösung und Befreiung

Als die Kinder Israel aus Ägypten ausgingen, wurde der Sabbat auch als Zeichen ihrer Befreiung von der Sklaverei erklärt. 5. Mose 5, 15. Er wurde Teil des geschriebenen Gesetzes Gottes, dieses „feurigen Gesetzes“ der Zehn Gebote, das von der rechten Hand des Herrn stammte. 5. Mose 33, 2. Für uns ist der Sabbat auch ein Zeichen unserer Befreiung von der Sündensklaverei. Er ist daher auch ein Zeichen für die Heiligung und Erlösung. Johannes 8, 32-36; 2. Mose 31, 12. 13; Jesaja 56, 1. 2; Hesekiel 20, 12; (vgl. Johannes 17, 17).

Ein Zeichen der Gerechtigkeit Christi

Da das Gesetz Gottes ein Ausdruck seiner Gerechtigkeit ist (Psalm 119, 142. 172), und da der Sabbat das Siegel des Gesetzes Gottes ist (2. Mose 31, 17; Jesaja 8, 16), ist das treue Halten des Sabbats auch ein Zeichen für Christi Gerechtigkeit in der Schaffung eines neuen Herzens in seinen Nachfolgern.

Wie Christus die rechte Sabbatheiligung lehrte

Die zwischen Jesus und den Pharisäern bestehende Streitfrage bezüglich des Sabbats beinhaltete nie die Frage, ob der Sabbat gehalten werden sollte oder nicht. Die Diskussion drehte sich nur um die Frage, wie der Sabbat gehalten werden sollte. Jesus wies alle unnötigen menschlichen Traditionen zurück und lehrte das „gesetzmäßige“ Sabbathalten, indem er uns ein Beispiel gab. Lukas 4, 16; Matthäus 12, 1-12; Lukas 13, 10-17; Johannes 5, 2-11; 7, 22. 23. Durch das Lehren der rechten Sabbatbeobachtung nach dem Gesetz, bestätigte Christus die heilige Gültigkeit des Sabbatgebots.

Christi Anweisung an seine Jünger, zu beten, dass ihre Flucht nicht auf den Sabbat falle, bestätigt, dass der Sabbat in seiner ganzen Heiligkeit im christlichen Glaubenssystem bewahrt werden sollte. Matthäus 24, 20. Diese Anweisung wurde nicht nur zum Wohl der Gläubigen gegeben, die nach Christi Kreuzigung in Judäa lebten (vgl. Matthäus 24, 16-18; Apostelgeschichte 8, 1), sondern auch zum Wohl derer, die in den letzten Tagen leben würden. Matthäus 24, 3. 32. 33.

Die Pharisäer, die Jesus ständig beobachtet hatten, waren nicht in der Lage, bei ihm irgendein Anzeichen für die Übertretung des Sabbats zu finden. Nicht einmal, als er vor Kaiphas stand, konnten sie ihn der Sabbatübertretung anklagen. Sie versuchten noch nicht einmal, falsche Zeugen gegen ihn zu benutzen, was diesen Punkt anbetraf. Lukas 6, 7; Matthäus 26, 59-66; Johannes 18, 28-31.

Als das Neue Testament schon mit dem Tode Christi am Kreuz bestätigt worden war (Hebräer 9, 16) – und da es nach seiner Bestätigung nicht mehr geändert werden konnte (Galater 3, 15), fuhren die Jünger damit fort, im Gehorsam dem vierten Gebot gegenüber am Sabbat zu ruhen. Lukas 23, 56.

Kurz bevor Jesus gen Himmel auffuhr, gab er seinen Jüngern die letzten Anweisungen, zu lehren und zu halten „alle Dinge, die ich euch befohlen habe“. Er erwähnte mit keinem Wort eine Absicht der Änderung des Sabbats auf Sonntag – weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart oder in der Zukunft. Matthäus 28, 20; (vgl. Lukas 16, 17).

Die ersten Christen waren treue Sabbathalter

Die ersten Christen hielten den Sabbat, den siebten Tag der Woche, und trafen sich an diesem Tag regelmäßig zu religiösen Versammlungen. Apostelgeschichte 13, 14. 42. 44; 16, 13; 17, 1-3. Eineinhalb Jahre lang lehrte Paulus in Korinth jeden Sabbat, überzeugte Juden und Griechen, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass er je versucht hat, eine Änderung des Sabbats auf den Sonntag einzuführen. Apostelgeschichte 18, 4. 11. Ananias, ein Gemeindeleiter, hätte keinen so guten Ruf bei den Juden gehabt, wenn er nicht ein strenger Sabbathalter gewesen wäre. Apostelgeschichte 22, 12.

Nach der Himmelfahrt Christi haben beide, Juden und Christen, den Sabbat in den Synagogen gefeiert. Apostelgeschichte 9, 12; 22, 19; 15, 21; (vgl. Matthäus 23, 1-2; Johannes 16, 2). Es gibt keinen Hinweis, dass die ersten Christen den Juden mit der Nichtbeachtung des Sabbattages Anstoß gegeben hätten. Apostelgeschichte 25, 8; 1. Korinther 10, 32.

Wenn es auch in der Gemeinde einen Streit über das Zeremonialgesetz gab, so bestand nie Uneinigkeit wegen einer Absicht, den Sabbat zu ändern. Solch ein Versuch wurde nie unter den ersten Christen unternommen. Falls einige der Obersten versucht hätten, so etwas zu tun, so wäre die ganze Apostelgeschichte voll von flammenden Bemerkungen über die versuchte Kursabweichung. Deshalb beweist das völlige Stillschweigen in dieser Frage, dass die ersten Christen von keiner Neuerung in diesem Punkt wussten. Apostelgeschichte 15, 1-6. 23-29.

Auf der Neuen Erde

Auf der neu gemachten Erde werden sich die Erlösten Sabbat für Sabbat vor dem Herrn versammeln, um ihn anzubeten. Der Sabbat wird auch weiterhin ein Denkmal für Gottes Schöpfung und Erlösung bis in alle Ewigkeit bleiben. Jesaja 66, 22. 23.

Haltet den Sabbat heilig

„Gedenke des Sabbattags, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.“ 2. Mose 20, 8-11.
Das vierte Gebot des Gesetzes Gottes bekräftigt die Gültigkeit des siebenten Tages der Woche als Sabbat, den Gott im Garten Eden eingesetzt hat. Nachdem Gott an diesem Tage geruht hatte, segnete und heiligte er ihn. 1. Mose 2, 3. Dann sonderte er den Sabbat, den heiligen Tag der Ruhe, zum Gedächtnis an seine Schöpfung ab. Markus 2, 27. Außerdem machte er ihn zum Zeichen (2. Mose 31, 17) der Verbundenheit zwischen den Menschen und ihm, dem einzigen, wahren Gott.

Wahre Sabbatheiligung, die in Übereinstimmung mit Gottes heiligem Gesetz steht, kann nur dann stattfinden, wenn Gottes ursprüngliche Absicht, die er mit der Schaffung des Sabbats hatte, klar verstanden wird und die Liebe zu Gott im Herzen vorherrscht. Dadurch, dass wir den Sabbat gemäß Gottes Anweisungen in seinem Wort heilig halten, bestätigen wir unser Verhältnis und unsere Treue ihm gegenüber, als unseren Gott, Schöpfer, Erlöser und himmlischen Vater.

Der Segen der Sabbatheiligung

Als Gott den siebenten Tag der Woche segnete, heiligte und ihn als seinen heiligen Sabbattag absonderte, versprach er auch, diejenigen zu segnen und zu heiligen, die ihn seinen Anweisungen gemäß halten würden (Hesekiel 20, 12):
„Alsdann wirst du Lust haben am Herrn, und ich will dich über die Höhen auf Erden schweben lassen und will dich speisen mit dem Erbe deines Vater Jakob; denn des Herrn Mund sagt‘s.“ (Jesaja 58, 12-14.)

Das vierte Gebot verbietet jegliche weltliche Arbeit am Sabbat, die an einem anderen Tag der Woche erledigt werden kann. Dieses Verbot betrifft alle Mitglieder des Haushaltes, auch Besucher oder die in unseren Heimen zu Gast sind und sogar unsere arbeitenden Haustiere.

Freitag, der Tag der Vorbereitung

„Am Freitag beende man alle Vorbereitungen für den Sabbat, sehe zu, dass alle Kleidung bereit liegt und alles Kochen besorgt ist, dass die Stiefel geputzt und die Bäder genommen sind. Es lässt sich einrichten, mit allem fertig zu sein. Wenn man es sich zur Regel macht, kann man es durchführen. Der Sabbat wurde nicht dazu gegeben, um Kleidung auszubessern, Speisen zu kochen, Vergnügungen mitzumachen oder irgendeiner weltlichen Beschäftigung nachzugehen. Vor Sonnenuntergang müssen alle weltlichen Arbeiten, alle weltlichen Zeitungen und Bücher beiseite gelegt werden. Eltern, erklärt euren Kindern eure Handlungsweise und deren Zweck und lasst sie teilnehmen an euren Vorbereitungen, um den Sabbat in Übereinstimmung mit dem Gebot zu feiern.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 356.

„Die Kleidung der Kinder sollte am Freitag durchgesehen und unter Aufsicht der Mutter zurechtgelegt werden, damit sich die Kinder ruhig ankleiden ohne Durcheinander oder Ermahnungen zur Eile.“ – Wie führe ich mein Kind, S. 332.

„Noch eine andere Sache verdient Beachtung am Rüsttag. An diesem Tag sollten alle Missverständnisse zwischen Geschwistern, sei es in der Familie oder in der Gemeinde, beseitigt werden. Lasst alle Bitterkeit, Zorn und Grimm aus der Seele entfernt werden. In demütigem Geiste ‚bekenne einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet.’ (Jakobus 5, 16.)“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 356.

„Wenn der Sabbat beginnt, sollten wir auf uns selbst, unser Handeln und unsere Worte achten, damit wir Gott nicht zu unserem Nutzen der Zeit berauben, die ausdrücklich dem Herrn gehört. Weder uns selbst noch unseren Kindern dürfen wir erlauben, irgendeine Arbeit für den Lebensunterhalt oder sonst etwas zu erledigen, was wir ebensogut während der sechs Arbeitstage ausführen können. Freitag ist Rüsttag! Dieser Tag soll dazu dienen, die erforderlichen Vorbereitungen für den Sabbat vorzunehmen, alles zu bedenken und zu besprechen. Alles, was in den Augen des Himmels als Übertretung des heiligen Sabbats angesehen werden könnte, sollte ungesagt und ungetan bleiben und vom Sabbat ferngehalten werden. Gott erwartet, dass wir uns am Sabbat nicht nur der körperlichen Arbeit enthalten, sondern auch den Geist daran gewöhnen, sich mit heiligen Themen zu beschäftigen. Tatsächlich wird das vierte Gebot bereits übertreten, wenn wir über weltliche Dinge sprechen oder oberflächliche und wertlose Gespräche führen. Über alles Mögliche zu schwätzen, was uns gerade in den Sinn kommt, heißt ganz und gar nach unserem Willen zu reden. Jede Abweichung vom rechten Weg führt uns in Knechtschaft und Verdammnis.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 2, S. 689. 690. (Wie führe ich mein Kind, S. 333.)

Dinge, die mit dem Sabbathalten übereinstimmen (Beispiele)

Christus nahm an religiösen Versammlungen am Sabbat teil (Lukas 4, 16), und lehrte uns durch sein Beispiel, dass es richtig ist, an diesem Tag Gutes zu tun. Matthäus 12. 9-13; Markus 3, 1-5.

Er war ein wahrer ärztlicher Missionar. Er heilte viele Menschen am Sabbat. Darum erklärte er in Bezug auf seinen Heil- und Wohltätigkeitsdienst: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ (Markus 2, 27. 28.)
Daher sind alle barmherzigen Taten, die in Harmonie mit dem Zweck der Sabbatheiligung sind, erlaubt. Matthäus 25, 35. 36.

„Ärzte sollen einen Geist der Selbstverleugnung und Selbstaufopferung entwickeln. Es mag sogar notwendig sein, Stunden des heiligen Sabbattages der Linderung der Leiden der Menschheit zu widmen. Aber den Lohn für diese Arbeit sollte man in die Schatzkammer des Herrn bringen, um es für die würdigen Armen zu nutzen, die sich medizinische Behandlung nicht leisten können.“ – Health, Philantropic, and Medical Missionary Work, page 42; Medical Ministry, p. 216.

„Oft werden Ärzte am Sabbat gerufen, um den Kranken zu dienen. Es ist ihnen unmöglich, sich Zeit zum Ruhen und der Weihe zu nehmen. Unser Heiland hat uns durch sein Beispiel gezeigt, dass es richtig ist, auch an diesem Tag die Leiden zu erleichtern. Die Ärzte und Krankenschwestern sollten jedoch keine unnötigen Arbeiten verrichten. Gewöhnliche Behandlungen und Operationen, die warten können, sollten auf den folgenden Tag verlegt werden. Lasst die Patienten wissen, dass die Ärzte einen Tag der Ruhe benötigen.“ – Medical Ministry, p. 214.

„Wie sehr braucht der gewissenhafte Arzt die Anteilnahme und die Gebete des Volkes Gottes! Seine Ansprüche diesbezüglich sind nicht geringer als die des frömmsten Predigers und Missionsarbeiters. Oft fehlt es ihm am notwendigen Schlaf und der erforderlichen Ruhe, und selbst die geistlichen Segnungen am Sabbat muss er desöfteren entbehren. Deshalb braucht er ein täglich neues, doppeltes Maß der Gnade, oder er verliert seinen Halt an Gott und erliegt der Gefahr, tiefer in geistliche Finsternis zu versinken als Menschen anderer Berufe. Und doch muss er oft unberechtigte Vorwürfe hinnehmen, steht als Zielscheibe der grimmigsten Anfechtungen Satans allein und fühlt sich überdies von seinen Freunden missverstanden und verraten.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 5, S. 471.

„Unumgänglich notwendige und Liebeswerke sind am Sabbat erlaubt. Kranke und Leidende müssen jederzeit versorgt werden, aber überflüssige Arbeit ist unbedingt zu vermeiden.“ – Patriarchen und Propheten, S. 281.

Dinge, die mit dem Sabbathalten nicht übereinstimmen (Beispiele)

Das Zubereiten von Nahrung, z. B. Kochen, Backen usw. 2. Mose 16, 23.
Das Tragen von Lasten sowie das Transportieren und Verkaufen jeglicher Art von Gütern und Waren. Nehemia 13, 15-22.

Dem eigenen Vergnügen nachgehen und auch die Teilnahme an Unterhaltungen, die für den Sabbat unpassend sind. Jesaja 58, 13.

Das Verletzen der Zeitgrenzen des Herrn.

„Der Sabbat… ist des Herrn Zeit, nicht unsere. Wenn wir diese Grenzen verletzen, dann berauben wir Gott… Der Herr hat uns die ganzen sechs Tage gegeben, um unsere Arbeit zu verrichten, und beansprucht nur einen Tag für sich. Dieser sollte für uns ein Tag des Segens sein, ein Tag, an dem wir alle unsere weltlichen Belange zur Seite legen und unsere Gedanken auf Gott und den Himmel richten.“ – Heavenly Places, p. 152.

Das Flicken, Putzen, Fegen, Kleider waschen, Schuhe putzen, das Lesen von weltlicher Literatur, oder ähnliches sind keine Tätigkeiten am Sabbat.

Allgemeine Ratschläge

Die Grenzen des Sabbats sollten sorgfältig beachtet werden (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 356).

Alle Missverständnisse zwischen Familien- und Gemeindegliedern sollten beseitigt werden, ehe der Sabbat beginnt. (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 356).

Bekenntnisse sollten vor Gott und voreinander abgelegt werden (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, 356).

Bevor der Sabbat anfängt, sollten sich alle Familienglieder vor dem Familienaltar versammeln, um Gottes Wort zu lesen und ihn durch Gebet und Gesang anzubeten.
Kinder sollten am Familiengottesdienst teilnehmen, besonders am Sabbat (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 357. 358).

Langatmige Gebete und Andachten sollten vermieden werden (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, 358).

Alle sollten dem Gottesdienst und der Sabbatschule im Hause Gottes beiwohnen und aktive Teilnehmer sein (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 367).

Jeder sollte Teil daran nehmen, die Sabbatversammlung interessant zu gestalten (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 366).

Während Kochen am Sabbat nicht erlaubt ist, ist es doch nicht notwendig, kalte Speisen zu essen (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 358).

Bereitet etwas vor, was als etwas Besonderes betrachtet wird, etwas, das die Familie nicht jeden Tag hat (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 358).

Legt Pläne für einen Spaziergang, um Gottes Hand in der Natur zu sehen (Wie führe ich mein Kind, S. 335. 336).

Nehmt euch Zeit, um in der Bibel und in den Büchern des Geistes der Weissagung zu lesen (Wie führe ich mein Kind, S. 335).

„Überwacht eure Gedanken und Worte, und richtet eure Betrachtungen und Gespräche auf geistliche Dinge.“ – Gospel Workers (Ausgabe 1890) p. 208.

Denkt daran, dass das Besuchen von Kranken und Erteilen von Bibelstudien in völliger Übereinstimmung mit dem Geist der rechten Sabbatheiligung ist.

„Menschen, die nicht völlig von der Wahrheit erfasst sind, lassen ihren Gedanken hinsichtlich weltlicher Geschäfte oft freien Lauf. Obwohl sie am Sabbat von körperlicher Anstrengung ruhen mögen, sprechen ihre Zungen doch das aus, was ihre Gedanken beherrscht, daher die Rede von Großvieh, Ernteerträgen, Verlusten und Gewinnen. Dies alles bedeutet nichts anderes als ein Vergehen gegen die Sabbatheiligung. Wenn sich jemand in Gedanken mit weltlichen Dingen abgibt, dessen Zunge kann nicht schweigen; denn: ‚Wes des Herz voll ist, des geht der Mund über.’“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 2, S. 690. 691.

„Wir sollten jeden Sabbat mit unserer Seele abrechnen, um zu erkennen, ob die vergangene Woche uns geistigen Gewinn oder Verlust gebracht hat.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 357.

„Niemand sollte zulassen, dass er während der Woche von weltlichen Geschäften derart beansprucht wird, und sich um weltlichen Gewinn so überanstrengt, dass er am Sabbat keine Kraft mehr besitzt, Gott zu dienen. Wir berauben Gott, wenn wir zu erschöpft sind, ihm an seinem heiligen Tag zu dienen. Aber wir berauben genauso uns selbst, denn wir brauchen die Wärme und Ausstrahlung der Gemeinschaft ebenso wie die Kraft, die wir aus der Weisheit und Erfahrung anderer Christen schöpfen können.“ – Wie führe ich mein Kind, S. 333.

„Viele bedürfen der Belehrung, wie sie am Sabbat zum Gottesdienst erscheinen sollen. Sie sollen nicht in ihren gewöhnlichen Arbeitskleidern, die sie während der Woche tragen, vor Gott treten, sondern im Besitz eines besonderen Sabbatkleides sein, welches sie zum Gottesdienst tragen. Während wir uns nicht weltlichen Moden anpassen sollen, dürfen wir doch nicht gleichgültig betreffs unserer äußeren Erscheinung sein. Wir müssen uns sauber und nett, jedoch ohne Putz und Zierrat kleiden. Gottes Kinder müssen rein von innen und außen sein.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 355. 356.

Im Haus Gottes schlafen?

„Niemand sollte zum Gottesdienst kommen, um ein Schläfchen zu halten. Schlaf darf dort nicht zu finden sein. Bei eurer weltlichen Beschäftigung werdet ihr nicht schläfrig, weil ihr ein Interesse daran habt. Sollten wir den Gottesdienst, der ewige Interessen in sich schließt, geringer achten als die zeitlichen Angelegenheiten unseres Lebens?“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 362.

Vorschläge für Nahrungsvorbereitung am Sabbat

„Wir sollten für den Sabbat nicht vielerlei Gerichte kochen oder eine größere Auswahl von Speisen auf den Tisch bringen als an anderen Tagen. Die Nahrung sollte vielmehr einfacher sein und weniger sollte gegessen werden, damit der Geist klar und lebendig ist, um geistliche Dinge zu erfassen. Überessen belastet das Gehirn. Die herrlichsten Worte mögen vernommen und nicht gewürdigt werden, weil der Geist durch verkehrte Nahrung verwirrt ist. Durch Überessen am Sabbat haben manche Gott mehr verunehrt als sie denken.“ – Zeugnisse für die Gemeinde Bd. 6, S. 357.

Das Reisen am Sabbat

„Wollen wir den Segen, welcher den Gehorsamen verheißen ist, erlangen, so müssen wir den Sabbat strenger beobachten. Ich fürchte, wir reisen oftmals an diesem Tag, wenn wir es vermeiden könnten. In Übereinstimmung mit dem Licht, welches der Herr über die Beobachtung des Sabbats gegeben hat, sollten wir genauer sein betreffs des Fahrens mit dem Schiff und der Bahn an diesem Tag. In dieser Sache sollten wir unsern Kindern und der Jugend ein richtiges Beispiel geben. Es mag notwendig sein, am Sabbat zu reisen, um die Gemeinden, die unserer Hilfe bedürfen, zu erreichen und ihnen die Botschaft mitzuteilen, die sie nach Gottes Willen hören sollen; aber so weit wie möglich sollten wir unsere Fahrkarten und alle dazu notwendigen Dinge am Tage zuvor besorgen. Treten wir eine längere Reise an, so laßt uns unsern Reiseplan so einrichten, dass wir unsern Bestimmungsort nicht am Sabbat erreichen.“ – Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 6, S. 360.

Dürfen Kinder am Sabbat spielen?

„Eltern, achtet besonders am Sabbat auf eure Kinder. Lasst sie nicht Gottes heiligen Tag übertreten, indem sie im Haus oder draußen herumspielen. Ihr brecht selbst den Sabbat, wenn ihr eure Kinder dies tun lasst, und wenn ihr eure Kinder am Sabbat herumlaufen oder spielen lasst, so betrachtet euch Gott als Übertreter des Sabbats.“ – Wie führe ich mein Kind, S. 335.

Besuch von weltlichen Schulen und Teilnahme an Prüfungen am Sabbat

„Einige von uns haben ihre Kinder am Sabbat zur Schule geschickt. Sie waren dazu nicht gezwungen, auch wenn die Schulleiter die Kinder sonst nicht aufnehmen wollten, wenn sie nicht an allen sechs Tage kamen. In einigen Schulen werden die Schüler nicht nur in den üblichen Fächern unterrichtet, sondern auch in verschiedenen anderen Arbeiten, und dazu haben die bekenntlichen Beobachter des Gesetzes ihre Kinder am Sabbat geschickt. Einige Eltern haben versucht, ihr Handeln mit den Worten Christi zu rechtfertigen, es sei nicht unrechtmäßig, am Sabbat Gutes zu tun. Aber die gleiche Entschuldigung würde ja auch für den Fall des Arbeitens gelten, denn sie müssen ja das Brot für ihre Kinder verdienen. Da gäbe es keine Grenzen mehr, keine Trennlinie, die klar zeigt, was man darf und was nicht…
Unsere Geschwister können keine Billigung Gottes erwarten, wenn sie ihre Kinder an Plätze schicken, wo diese dem vierten Gebot unmöglich Gehorsam leisten können. Sie sollten nach einem Übereinkommen mit der Obrigkeit streben, dass ihre Kinder am Sabbat von der Teilnahme am Unterricht entschuldigt werden. Wenn dieses misslingt, dann ist ihre Pflicht klar: Gottes Anforderungen zu gehorchen, was es auch kosten mag. In manchen Ländern Mitteleuropas wurden manche bestraft und ins Gefängnis gebracht, weil sie ihre Kinder am Sabbat nicht zur Schule geschickt haben. In einem Fall passierte Folgendes: Nachdem der Bruder klar seinen Glauben geschildert hatte, kam ein Gerichtsbeamter an seine Tür und zwang die Kinder, zur Schule zu gehen. Die Eltern gaben ihnen anstatt ihrer Schulbücher die Bibel mit, und sie haben die Zeit dort mit dem Studium der Bibel verbracht. Wo immer es aber geht, sollten unsere Geschwister eigene Schulen gründen. Wenn sie es nicht tun können, so sollen die Geschwister, so bald es geht, dorthin ziehen, wo sie frei sind, die Gebote Gottes zu halten.

Einige werden vorbringen, dass es Gott nicht so genau nimmt mit seinen Geboten. Es sei außerdem nicht ihre Pflicht, den Sabbat unter einem so großen Verlust zu halten, oder sich in eine Position zu versetzen, wo sie mit den Gesetzen ihres Landes in Konflikt geraten. Aber genau da werden wir geprüft, ob wir die Gesetze Gottes über die Gesetze der Menschen stellen und sie ehren. Dieses wird der Unterschied zwischen denen sein, die ihn ehren und die ihn entehren. Hierin beweisen wir unsere Treue. Die Geschichte von Gottes Handlungsweise mit seinem Volk zeigt zu allen Zeiten, dass Gott einen genauen Gehorsam fordert…

Wenn Eltern erlauben, dass ihre Kinder eine Erziehung in der Welt bekommen und den Sabbat zu einem gewöhnlichen Tag machen, kann ihnen das Siegel Gottes nicht aufgedrückt werden. Sie werden mit der Welt vernichtet werden. Wird ihr Blut nicht von ihren Eltern gefordert? Wenn wir aber unsere Kinder treu die Gebote Gottes lehren, sie unter die elterliche Autorität stellen und sie im Gebet und Glauben Gott anvertrauen, dann wird er mit unseren Anstrengungen zusammenarbeiten, denn er hat es verheißen. Wenn die alles überflutende Geißel durchs Land zieht, werden sie mit uns unter dem Schirm Gottes sicher sein.“ – Historical Sketches of SDA’s, pp. 216-217.

„Wie können nach diesen besonderen Unterweisungen Väter zustimmen, dass ihre Kinder am Sabbat zur Schule gehen, oder auch nur einen Teil des Sabbats wie einen gewöhnlichen Wochentag verbringen? Hier gilt es, ein Kreuz aufzunehmen. Hier ist die Trennungslinie zwischen den Treuen und Untreuen gezogen. Dies ist das Zeichen, dass es ein Volk gibt, welches das Gesetz Gottes nicht für ungültig achtet, auch wenn es für sie ein Opfer bedeutet. Hier können wir der Welt ein Zeugnis unserer Verbundenheit mit dem Schöpfer und Regenten dieser Welt geben. Hier wird vor der Welt ein Zeugnis über die Wahrhaftigkeit des Sabbats abgelegt.“ – Manuscript Releases, vol. 5, p. 79.

Die jährlichen jüdischen Feiertage

Der wöchentliche Sabbat des Herrn weist zurück auf Gottes Werk der Schöpfung und seiner Ruhe, während die sieben jährlichen jüdischen Feiertage, auch Sabbate genannt, auf die Zukunft und Christi Werk der Erlösung hinwiesen. Der Herr machte einen klaren Unterschied zwischen diesen beiden, als er sagte: „..von Abend zu Abend sollt ihr euren Sabbat feiern… außer was die Sabbate des Herrn sind…“ (3. Mose 23, 32. 38. engl.) Aus Römer 14, 5; Galater 4, 10 und Kolosser 2, 16 geht vom Inhalt klar hervor, dass sich Paulus auf die jährlichen Sabbate der Juden bezieht („eure Sabbate“), nicht auf die wöchentlichen Sabbate des Herrn („meine Sabbate“).